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Alles begann mit einem trivialen Missgeschick, das den Erfindergeist sofort ins Grüblen brachte. Oskar Beletz biss in einen Faschingskrapfen, und schon war sein Hemd mit Marmelade voll gepatzt. ein anderer hätte sich geärgert und das Hemd in die Waschmaschine geschleudert - nicht aber Oskar Beletz. Noch im selben angepatzten Moment zerbrach er sich den Kopf darüber, wie denn das lästige Marmeladen-Problem mit den Krapfen zu lösen sei. Seine Idee: Ein Pfeil müsse anzeigen, wo das Marmeladen-Loch ist. Dann weiß man, wo man hinein zu beißen hat und die süße Marille würde in den Mund kommen anstatt aufs Hemd. |
Vier Nächte verbrachte Beletz in einer Bäckerei und schaute den Arbeitern genau auf die Finger. Als er wüsste, wie ein Krapfen entsteht und wie die Marmelade in das frittierte Gebäck kommt, kannte er auch die Lösung. Er konstruierte ein Blech, mit dem man die Krapfen so mit Zucker bestauben kann, das ein Pfeil genau auf das Loch zeigt. Im Jahr 2004 bekam der steirische Daniel Düsentrieb das Patent für seine Erfindung. Ein Kärntner Bäcker wendet das System bereis erfolgreich an, in Graz kam es bis vor kurzem ebenfalls zum Einsatz. Beletz: "Das einzige Manko ist, dass der Arbeitsgang ein wenig verzögert wird. Für den Kunden entsteht aber ein Vorteil." |
Sechs Patente
Diese Erfindung des Grazers ist vielleicht seine lustigste, aber nicht die einzige. Auf sechs Patentierungen hat es Beletz in den vergangenen 26 Jahren gebracht. Begonne hat alles mit der "Stabilisierten Sandmischung", die er 1980 als Verkaufsleiter für das Schotter- und Betonwerk Schwarzl kreierte. Ein voller Erfolg: Das Produkt wird heute europaweit zur Füllung von Stollen und Aushebungen eingesetzt, in Österreich ist es laut Norm sogar vorgeschrieben. Seit drei Jahren ist Beletz in Pension, doch er versichert: "Ein Erfindergeist geht nie in Rente." |